SmartMeter ante portas!

Einleitung

In Deutschland wurde bereits 2008 das Energiewirtschaftsgesetz (EnWG) so geändert, dass es ab 2010 für Neubauten oder bei größeren Renovierungen zum Einbau digitaler Zähler verpflichtete. Diese erweiterten Vorschriften sind im Jahr 2016 in das Gesetz zur Digitalisierung der Energiewende übergegangen. Darin enthalten ist wiederum das Gesetz über den Messstellenbetrieb und die Datenkommunikation in intelligenten Energienetzen kurz Messstellenbetriebsgesetz (MsbG).
Das MsbG regelt nicht nur, was intelligente Messsysteme mindestens können müssen, wie sie technisch umgesetzt werden sollen und wie es um die Datensicherheit bestellt sein muss, sondern enthält auch Vorgaben zur Einbaupflicht, zu den Preisobergrenzen für den Endkunden und es regelt die freie Wahl des Messstellenbetreibers. Für das Smart Metering ist das MsbG also ausschlaggebend.

In §29 sieht das MsbG nun vor, dass jeder Letztverbraucher (also wir alle), der mehr als 6.000 Kilowattstunden Strom im Jahr verbraucht und jeder Anlagenbetreiber, der mehr als 7 Kilowatt installierte Leistung verfügt (alle z.B. alle mit Photovoltaik von 7kWp), mit einem intelligenten Messsystem ausgestattet werden muss. Zuständig dafür ist der grundzuständige Messstellenbetreiber oder, da der Verbraucher eine Wahlfreiheit hat, der von ihm beauftragte wettbewerbliche Messstellenbetreiber.

Warum jetzt?

Aber bevor diese ganze Sache umgesetzt werden konnte, mussten zunächst mindestens 3 Anbieter gefunden werden, die entsprechende Geräte bauen und wegen der Datensicherheitsanforderungen auch beim Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnologie (BSI) zertifiziert haben. Ursprünglich war das eigentlich schon für 2017 geplant. Aber erst Ende 2018 hatte der erste Hersteller ein Gerät zertifizieren lassen, dann September 2019 der nächste und – leider – im Dezember 2019 auch der dritte. Damit steht dem „Rollout“ nichts mehr entgegen und innerhalb von 8 Jahren werden alle „Großverbraucher“ mit mehr als 6000 kWh zwangsbeglückt, ebenso wie alle Anlagenbetreiber (z.B. Eigner einer Photovoltaik-Anlage) mit mehr als 7kWp.

Warum sind SmartMeter eigentlich gut?

SmartMeter haben viele positive Eigenschaften.

  • Durch die besserer und genauere Erfassung der Quellen und Verbraucher lässt sich unser Netz viel besser stabil halten.
  • Ein genauer Überblick über den Verbrauch erleichtert das individuelle Strom sparen und kann auch motivieren
  • Es werden spezifische Tarife möglich, z.B. billiger Strom wenn viel Windkraft oder Solarenergie in Überfluss zur Verfügung steht
  • Intelligente Geräte mit hohem Stromverbrauch (Waschmaschinen, Trockner, Geschirrspüler) könnten so verzögert starten, wenn der Strom billiger ist

Warum sind SmartMeter gut gemeint und schlecht gemacht?

Zum einen sind höhere Kosten damit verbunden, ohne das irgendwelche Vorteile zu erwarten sind, zumindest fuer die, die die Kosten zu tragen haben (Verbraucher). Der Einbaubetrieb wird zwar bis wohl auf 20€ jährlich für Kleinverbraucher gedeckelt bleiben, aber für grössere Verbraucher und Erzeuger sind bis zu 200 Euro jährlich möglich. Dazu gibt es derzeit weder variable Tarifmodelle oder solche die mit den zertifizierten SmartMetern zusammenarbeiten. Also nix mit den Vorteilen für Verbraucher. Im Gegenteil, wenn der Verteilerschrank nicht genügend Platz oder andere Parameter (geeignete Grundplatte) hat, werden sicher Zusatzkosten entstehen, die ebenfalls vom Hauseigentuemer zu tragen sind.

Der Zugriff auf die Daten ist für den Endverbraucher auch nicht wirklich möglich, jedenfalls nicht über das hinaus was der gute, alte Ferraris Zahler schon erlaubte: In Keller gehen und den Zähler ablesen. Na ja, eine die rote Marke auf der Scheibe ersetzende Leuchtdiode die blinkt kann man ggf elektronisch auslesen, aber das ging auch schon für kleines Geld mit dem guten alten Ferraris Zähler.

Sparen werden also wohl nur die Netz- und Messstellenbetreiber, zahlen dafür werden die Verbraucher, die noch nicht einmal Anspruch auf die Daten haben. Zudem ergeben sich viele neue Problem hinsichtlich Datenschutz (wer hat Zugriff auf die Daten) und möglicher Manipulationen. Verbraucher könnten Ihr SmartMeter manipulieren, aber dazu benötigt man kriminelle Energie und Know-how, der Vorgang muss unbemerkt bleiben und lohnt sich deswegen kaum [Diejenigen, die das können, sparen sagen wir vielleicht 200€ im Jahr, und verbrauchen so viel Zeit mit dem Hack, in der sie mit Ihrem Know-how locker Tausende Euro legal verdienen könnten….]. Viel schlimmer werden die möglichen, für Endverbrauche kaum beweisbaren Manipulationen, zum Beispiel im Auftrage von unseriösen Anbietern sein, die sich durch beauftragte Manipulation im großen Stil unbemerkt große Summen durch überhöhte Verbrauchsmeldungen aneignen könnten, was natürlich deutlich lohnenswerter ist.
Und mangels Transparenz lässt sich das auch schwer für den Endverbraucher nachweisen lassen.

Fazit

Fazit: Der Autor könnte auch sehr gut ohne SmartMeter unter diesen Umständen leben, denn es kostet nur Geld und Privatsphäre und bringt sonst keine direkten Vorteile [höchstens wenn die Stromausfälle wirklich weniger werden]

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